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Sonntag, 25. August 2019
   
Mediensuche Unsere Empfehlungen
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Buch des Monats (Juni 2018)

Jesmyn Ward: Singt, ihr Lebenden und ihr Toten, singt. Kunstmann, 2018, € 22,00.

Dieses Buch erzählt vom Leben einer schwarzen Familie in Mississippi. Da ist zum einen der dreizehnjährige Jojo, der sich rührend um seine dreijährige Schwester Kayla kümmert. Die Kleine klammert sich buchstäblich an ihren großen Bruder, denn zur drogennehmenden Mutter Leonie haben beide nur ein distanziertes Verhältnis. Zu oft sind sie von ihr ungerecht behandelt, geschlagen oder schlichtweg vergessen worden. Elterliche Fürsorge übernehmen die Großeltern, so gut sie noch können. Nun soll der leibliche, weiße Vater der Kinder vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen werden. Kurzerhand schnappt sich Leonie ihre Kinder und fährt los, um ihn abzuholen. Doch die Fahrt wird zum Horror-Trip für alle Beteiligten. Kayla wird krank und muss sich ständig übergeben, beide Kinder haben schrecklichen Hunger. Die Mutter denkt nur an sich und daran, sich mit Drogen einzudecken. Und auf der Rückfahrt kommen sie auch noch in eine Polizeikontrolle.

  Jesmyn Ward erzählt erschütternd von Gewalt, Rassismus und Demütigungen, schafft es aber zugleich, dass der Leser auch die hoffnungsvollen Momente und die Liebe der Protagonisten spüren kann. (Rezensiert von C. Harenkamp)
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Buch des Monats (November)

Mariana Leky: Was man von hier aus sehen kann. DuMont, 2017. EUR 20,-

Immer, wenn die alte Selma von einem Okapi träumt, stirbt am nächsten Tag jemand aus dem Dorf. Der Traum versetzt natürlich alle in Aufruhr, denn die wirklich wichtigen Dinge im Leben können nun nicht mehr länger aufgeschoben werden. Und so werden Liebesbriefe begonnen, Geständnisse gemacht oder Vorbereitungen für das eigene Ableben getroffen. Leider trifft es aber meistens denjenigen, mit dem man am wenigsten gerechnet hat. Aber dies alles ist nur der „Aufhänger“ für die großen und kleinen Geschichten der wunderbar fein gezeichneten Charaktere - manche schräg, nicht ganz perfekt, aber unheimlich liebenswert. Und die Sprachkunst der Autorin ist einfach bewundernswert. Immer wieder möchte man Sätze oder ganze Passagen unterstreichen, damit man sie nicht mehr vergisst. (Rezensiert von C. Harenkamp)

   
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Buch des Monats (September)

Susann Pásztor: Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster. Kiepenheuer & Witsch, 2017. EUR 20,-

Der alleinerziehende Vater Fred Wiener hat sich zum Sterbegleiter ausbilden lassen. Vielleicht gibt ja das neue ehrenamtliche Engagement seinem einsamen Leben einen positiven Sinn!? Denn zu seinem 13-jährigen Sohn Phil kann er im Moment keine echte Nähe mehr aufbauen. Doch bei der eigenwilligen Krebspatientin Karla scheint er einen Anfängerfehler nach dem anderen zu machen. Zum Glück jobbt Sohn Phil bei Karla, und ganz behutsam finden diese beiden einen guten „Draht“ zueinander. So reißt der Kontakt zwischen Fred und Karla doch nicht ganz ab. Letztlich wird Fred derjenige sein, der das Fenster öffnet, um die Seele der Verstorbenen entweichen zu lassen.

 

Ein Buch über das langsame Sterben einer Krebspatientin – ein Thema, das man eigentlich lieber verdrängt! Aber der Autorin gelingt, dass man es ohne Beklommenheit und auch ohne viele Taschentücher lesen kann. Im Gegenteil: dieser letzte Weg verliert hier ein gutes Stück seines Schreckens. (Rezensiert von C. Harenkamp)

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Buch des Monats (Juni)

Adrian McKinty: Rain Dogs. Suhrkamp, 2017. EUR 14,95

Belfast 1987: Sean Duffy ist wahrscheinlich der einzige katholische Polizist in ganz Nordirland, denn katholisch zu sein steht vor allem für eins: die IRA, die der Polizei den Krieg erklärt hat. Also muss sich Duffy sein Ansehen bei seinen Kollegen erst mühsam erarbeiten. Und er schaut vor dem Einsteigen jedes Mal unter seinem Wagen nach, ob die IRA ihn – den Verräter – mit einer Autobombe in die Luft jagen will.

Vor diesem Hintergrund hat es Duffy im vorliegenden Fall mit einem scheinbaren Selbstmord einer jungen englischen Journalistin zu tun. Sie wollte über eine finnische Wirtschaftsdelegation berichten und hat nebenbei noch heimlich an einer verheerenden Enthüllungsstory gearbeitet. Aber wer wäre in der Lage, diesen Todesfall wie einen Selbstmord aussehen zu lassen?

 

Mächtige Männer legen Duffy bei seinen Ermittlungen Steine in den Weg. Man spürt die wachsende Bedrohung, je näher er der Wahrheit kommt. (Rezensiert von C. Harenkamp)

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Buch des Monats (Mai)

Imbolo Mbue: Das geträumte Land. Kiepenheuer & Witsch, 2017. EUR 22,-.

Jende und seine Frau Neni Jonga sind auf dem Weg, ihren größten Traum zu verwirklichen. Sie stammen aus Kamerun und leben nun in New York. Jende ergattert einen gut bezahlten Job als Chauffeur der Edwards - einer Bankiersfamilie. Nach der Pleite von Lehman Brothers steht allerdings nicht nur Mr. Edwards ohne seinen alten Job da, auch die Familie Jonga wird in diesen Strudel mit hineingerissen. Und Jendes Asylantrag droht, abgelehnt zu werden. Es stellt sich die Frage, um welchen Preis man an seinem amerikanischen Traum von einem besseren Leben festhalten will. Die Einwanderer werden vor eine unmögliche Entscheidung gestellt.

 

Der Autorin gelingt eine sehr differenzierte Darstellung beider Familien und Lebenswelten. Nicht umsonst schrieb die amerikanische Presse ganz begeistert, dieser Roman sei „the one book Donald Trump should read right now“.(Rezensiert von C. Harenkamp)

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Buch des Monats (April)

Sabine Thiesler: Nachts in meinem Haus. Heyne Verlag, 2017. EUR 19,99.

Tom ist ein anerkannter Kunstmaler, dazu reich und glücklich verheiratet. Alles läuft perfekt für ihn. Bis eines Nachts in seinem Haus etwas Schreckliches passiert. Unter Schock flieht er in ein toskanisches Bergdorf. Doch was ihm zunächst wie das Paradies erscheint, entpuppt sich schnell als Hölle. Tom hält das Alleinsein nicht aus, fühlt sich eingesperrt und verfolgt. Als er begreift, dass er niemanden mehr vertrauen kann, auch seinen Freuden nicht, ist es zu spät: er trifft eine verhängnisvolle Entscheidung…

Thiesler-Fans kommen auch beim neuesten Roman der Autorin voll auf Ihre Kosten. Beste Unterhaltung und Spannung! (Gelesen von C. Schweikert)

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Buch des Monats (März)

Mechthild Borrmann: Trümmerkind. Droemer Verlag, 2016. EUR 19,99.

Hamburg, 1947: Auf der Suche nach wertvollen Trümmern entdeckt der 15jährige Hanno Dietz eine nackte Tote und unweit davon einen traumatisierten dreijährigen Jungen. Niemand scheint ihn zu vermissen, und so nimmt Hannos Mutter Agnes den Kleinen in die Familie auf. Viele Jahre später begibt sich Trümmerkind Joost auf die Suche nach seiner wahren Herkunft und kommt dabei einen ungeklärten Mordfall auf die Spur. Köln, 1992 : Anna Meerbaum, deren alkoholkranke Mutter Clara etwas zu verbergen scheint; ein Rätsel in der Vergangenheit, welches Anna bis in die Uckermark auf das Gut Anquist und zu Joost führt. Noch ahnt Anna nicht, dass ihr ganzes Leben auf den Kopf gestellt wird. Uckermark, 1945: Clara Anquist und ihre Familie, die nach dem Einmarsch der Roten Armee ihr Gut verlassen müssen, machen sich mit einer weiteren Flüchtlingsfamilie auf den beschwerlichen Weg nach Hamburg. Eine Reise mit dramatischen Ausgang.

 

Mein Fazit: „Trümmerkind“ ist ein unglaublich fesselndes Buch, das sehr anschaulich ein Stück Zeitgeschichte erzählt. (Rezensiert von C. Schweikert)

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Buch des Monats (Juli)

Nadifa Mohamed: Black Mamba Boy. C.H.Beck Verlag, 2015. EUR 19,99

In eine exotische, uns gänzlich unbekannte Welt entführt der Roman von Nadifa Mohamed, den sie nach den unglaublichen Erlebnissen ihres Vaters verfasst hat. Sie erzählt darin die Geschichte von Jama, einem somalischen Straßenjungen aus ärmlichsten Verhältnissen, der 1935 im Jemen geboren wird. Während seine Mutter den ganzen Tag in einer Fabrik schuftet, um den Lebensunterhalt bestreiten zu können , streift er unbeaufsichtigt mit seinen Freunden durch die Gassen von Aden. Doch dann stirbt seine Mutter viel zu jung an einer qualvollen Lungenkrankheit und Jama bleibt mit seinen elf Jahren vollkommen mittellos allein zurück. Notgedrungen macht er sich halbverhungert auf die Suche nach seinem verschollenen Vater, einem Wandermusiker, der die Familie früh verlassen hat, und hofft, ihn im Sudan zu finden. Um zu überleben, nimmt er jegliche Form von Arbeit an, schleppt tote Tierhälften in einer Metzgerei, stiehlt und lässt sich als Soldat anwerben.

 

Seine gefährliche Odyssee führt ihn durch ein verwüstetes Ostafrika und er gerät mitten in die Fronten zwischen den erbittert miteinander kämpfenden Briten und Italienern, die ihre Konflikte schonungslos auf dem Rücken der Afrikaner austragen.
Der hochgelobte Roman von Nadifa Mohamed lenkt den Blick auf ein Kapitel afrikanischer Geschichte, das hierzulande sicher nur wenigen bekannt ist. Ein aufwühlendes, sehr spannendes Debüt , das sehr schön zu lesen ist.
 (Rezensiert von J. Sprenger)

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Buch des Monats (Juni)

Amber Dermont: In guten Kreisen. Mare Verlag, 2015. EUR 22,-

Jason Prosper wächst Ende der 80’er Jahre „in guten Kreisen“ als Sohn reicher Eltern in Manhattan auf und besucht die besten Schulen. Die damit verbundenen Annehmlichkeiten sind für ihn nebensächlich. Sein ganzes Interesse gilt dem Segeln zusammen mit seinem besten Freund Cal. Doch als Cal Selbstmord begeht, läuft Jasons Leben aus dem Ruder. Er versucht, an einem neuen College in Neuengland wieder Fuß zu fassen. Unter seinen dekadenten Mitschülern kann er allerdings keine echten Freunde finden, bis er die Außenseiterin Aidan kennenlernt. Ihr gegenüber kann er sich endlich wieder öffnen – ihr sogar von seinen Schuldgefühlen erzählen. Dann kommt es jedoch zu einem weiteren tiefen Einschnitt in seinem Leben.

 

Eine berührende Coming-of-Age Erzählung über eine schwierige Jugend. (Rezensiert von C. Harenkamp)

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Buch des Monats (Mai)

Stewart O'Nan: Die Chance. Rowohlt Verlag, 2014. EUR 19,95

Marion und Art, ein mittelständisches, amerikanisches Ehepaar, steht nach dreissig Ehejahren kurz vor der Scheidung. Diverse Seitensprünge und Geldprobleme haben sie in diese scheinbar ausweglose Situation geführt. Obwohl sie sich mit dem Kauf einer völlig überteuerten, maroden Prachtvilla hoffnungslos finanziell übernommen haben,  beschließen sie, mit den letzten paar Tausend Dollar, die ihnen geblieben sind, noch einmal an den Ort zurückzukehren, an dem sie vor dreissig Jahren ihre Hochzeitsreise verbracht haben und glücklich waren: an die Niagara-Fälle. Während Art hofft, seine Frau dort zurückgewinnen zu können und ihr symbolisch mit einem kostbaren Diamantring nochmals einen Antrag machen will, sieht Marion diese Reise eher als Abschluss einer wenig glücklichen Ehe.

 

Auch Arts Hoffnung, durch ein ausgeklügeltes Spielsystem am Roulettetisch genügend Geld für einen Neuanfang zu gewinnen, steht sie äußerst skeptisch gegenüber. Doch wider Erwarten scheint Arts Rechnung aufzugehen, und am Ende kommt alles ganz anders, als man denkt... Überaus feinfühlig und humorvoll zeichnet der erfolgreiche amerikanische Autor Stewart O'Nan ein Porträt der Mittelklasse in Amerika, ihrer typischen Probleme, ihrer oft geplatzten Träume, aber auch ihrer Bereitschaft, dennoch zu kämpfen und nicht aufzugeben. (Rezensiert von J. Sprenger)

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Buch des Monats (April)

Delphine Coulin: Samba für Frankreich. Aufbau Verlag, 2014. 16,95 €

Samba Cissé hatte sich vor 10 Jahren auf den lebensgefährlichen Weg aus dem vom Bürgerkrieg geschundenen afrikanischen Mali nach Frankreich gemacht. Aber es fällt ihm schwer, in Paris Fuß zu fassen. Er wohnt bei seinem Onkel in einem winzigen, feuchten Kellerloch. Als seine vorläufige Aufenthaltsgenehmigung abläuft, kann er nur mit Hilfe einer Menschenrechtsorganisation der Abschiebung entkommen, lebt aber von dem Moment an als Illegaler in Paris unter der ständigen Angst, entdeckt zu werden. Nur mit Betrügereien kommt er noch an stumpfsinnige Gelegenheitsjobs. Etwas Licht kommt in sein Leben, als er sich in die wunderschöne Kongolesin Gracieuse verliebt. Doch sie ist seinem Freund Jonas versprochen, der noch immer in Abschiebehaft sitzt.

 

Dieses Buch zeigt uns, wie kaltherzig die europäische Flüchtlingspolitik ist. Wir Europäer profitieren davon, dass Einwanderer die dreckigsten, härtesten Jobs für einen Hungerlohn machen, aber man spricht ihnen gleichzeitig jegliches Recht ab, hier zu bleiben. (Rezensiert von C. Harenkamp)

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Buch des Monats (März)

Laura Hillenbrand: Unbroken. Klett Cotta, 2015. EUR 12,95

Erzählt wird die Biografie von Louie Zamperini, einem Amerikaner italienischer  Herkunft, der kurz vor Ausbruch des zweiten Weltkriegs in Kalifornien aufwächst.  Er ist ein junger Rebell, der keinem Streit und keinem Streich aus dem Wege geht und durch sein ungestümes Verhalten seinen Eltern unablässig Sorgen bereitet. Kurz, bevor er in die Kleinkriminalität abrutscht, gelingt es seinem Bruder Pete zum Glück, seine überschüssige Energie in geeignetere Bahnen zu lenken, indem er ihn zum Laufen animiert. Louie trainiert verbissen und nimmt schließlich sogar 1936 an der Olympiade in Berlin teil. Doch dann bricht der zweite Weltkrieg aus und Louie meldet sich freiwillig zur Armee, wo sein marodes Flugzeug bereits nach kurzer Zeit abgeschossen wird. Es landet im Pazifik und nur er und sein Freund überleben den Absturz. Hilflos treiben sie 47 Tage im Meer, attackiert von Haien, kurz vor dem Verhungern und Verdursten und beschossen von japanischen Bombern.

 

Als sie dann endlich gerettet werden, beginnt sein Leidensweg jedoch erst recht, denn er gerät in japanische Kriegsgefangenschaft. Nur durch seine Stärke und seinen unbändigen Willen gelingt es ihm, am Leben zu bleiben. Die amerikanische Sachbuchautorin Laura Hillenbrand hat sehr sorgfältig recherchiert und überzeugt mit überaus großem Hintergrundwissen. Für ihren Bericht über ein fast unglaubliches Leben wurde sie mehrfach ausgezeichnet. (Rezensiert von J. Sprenger)

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Buch des Monats (Februar)

Andreas Altmann: Verdammtes Land - Eine Reise durch Palästina. Piper, 2014. EUR 19,99

Andreas Altmann nimmt uns Leser mit auf seine schöne und schreckliche Reise kreuz und quer durch Palästina. Er kommt mit den unterschiedlichsten Menschen ins Gespräch und fragt sie nach ihrem Alltag. Es ist sehr beeindruckend, wie gastfreundlich und offen viele trotz ihrer herzzerreißend schlimmen Lebensumstände geblieben sind. Natürlich trifft er auch Israelis, und zwar nicht nur diejenigen, die die Palästinenser abgrundtief hassen, sondern auch solche, die sie als Nachbarn betrachten und unterstützen, wo sie können. Altmann lässt sie alle zu Wort kommen und nimmt sehr persönliche Bewertungen vor. Nach der Lektüre hat man das Gefühl, als wäre man selber dort gewesen...

 

... Nur dass kein Leser den Mut aufbringen muss, sich wie der Autor an einer Demonstration gegen die Besetzung und Besiedlung palästinensischer Gebiete zu beteiligen und dafür kurzfristig verhaftet zu werden. Und keiner muss den armen, alten Palästinenser beruhigen, als die schwer bewaffneten Angestellten des israelischen Staates mit ihrem Bulldozer das „illegale“ Zuhause - ein Wellblechdach auf schiefen Mauern - plattwalzen. 

Und zum Schluss bleiben viele Fragen, auf die es keine einfachen Antworten gibt. (Rezensiert von C. Harenkamp)

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Buch des Monats (Januar)

Don Winslow: Missing New York. Droemer TB, 2014. EUR 14,99

Die fünfjährige Hailey ist mit ihrer dunklen Haut und den leuchtend grünen Augen ein auffallend hübsches Mädchen und das ganze Glück ihrer alleinerziehenden Mutter. Doch eines Tages verschwindet das Mädchen plötzlich spurlos aus dem Garten ihres Wohnhauses. Als zwei Wochen später ein weiteres Mädchen entführt und kurz darauf ermordet aufgefunden wird, lastet man dem schnell gefassten Täter auch den Mord an Hailey an und verurteilt diesen. Für alle ist der Fall nun abgeschlossen - außer für Franz Decker, einen Provinzcop aus der Gegend. Er glaubt als einziger, dass Hailey noch lebt und ermittelt auf eigene Faust weiter. Als sich eines Tages eine Frau bei ihm meldet, die das Kind  gesehen zu haben glaubt, macht er sich, seine Ehe und seinen Job hinter sich lassend, auf den Weg nach New York, um den Fall endgültig aufzuklären. Dort stößt er auf ein junges Model, das Hailey verblüffend ähnlich sieht und auf einen Sumpf aus Korruption, Gewalt und Mädchenhandel.

 

Der bekannte Krimiautor  Don Winslow, dessen Bücher schon mehrmals verfilmt wurden, liefert hier einen kurzweiligen, spannenden Krimischmöker für lange Winterabende und hat mit Frank Decker eine sympathische Figur geschaffen, von der man sicher noch mehr hören wird. (Rezensiert von J. Sprenger)

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Literarischer Cocktail: Bücherliste

Bei unserem traditionellen Bücherabend im Dezember, dem "Literarischen Cocktail" haben Katharina Breig (Bücherei), Angela Leibel (Bücherei) und Beate Kraft (Buchhandlung Back) neun Favoriten aus dem diesjährigen Bücherherbst vorgestellt:

  • Backman, Fredrik: Ein Mann namens Ove.
  • Eggers, Dave: Der Circle.
  • Gaiman, Neil: Der Ozean am Ende der Straße.
  • Kent, Hannah: Das Seelenhaus.
  • Lebert, Benjamin: Mitternachtsweg.
  • Montasser, Thomas: Ein ganz besonderes Jahr.
  • Nicholls, David: Drei auf Reisen.
  • Sankaran, Lavanya: Die Farben der Hoffnung.
  • Shriver, Lionel: Großer Bruder.
 

Kurze Besprechungen von über 100 neuen Romanen und Biografien finden Sie auf der Bücherliste zum "Literarischen Cocktail".

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Buch des Monats (Dezember)

Karine Tuil: Die Gierigen. Aufbau Verlag, 2014. EUR 19,95

Nina, Samuel und Samir waren einmal sehr gute Freunde, damals zu Studentenzeiten in Paris. Nina und Samuel sind auch heute noch ein Paar. Doch der Kontakt zu Samir brach ab, nachdem eine leidenschaftliche Affäre zwischen Nina und Samir aufflog.

Bei einem Fernsehinterview entdecken sie Samir Jahre später wieder. Dieser hat inzwischen in den USA große Karriere als Anwalt gemacht und ist in die höchsten Kreise der Gesellschaft aufgestiegen. Sein Erfolg fußt nicht zuletzt auf seiner „geklauten“ Identität. Samir ist zwar eigentlich der Sohn arabischer Einwanderer, nennt sich aber nur noch Sam und lässt alle Welt in dem Glauben, er sei Jude. Dabei erzählt er immer die Lebensgeschichte von Samuel, als wäre es seine eigene.  

 

Natürlich müssen Nina und Samuel, denen es nicht so gut ergangen ist, Kontakt zu ihrem früheren Freund aufnehmen. Und natürlich kann das Ganze nicht gut ausgehen. Aber wie sich die Dinge für alle dramatisch verändern, wenn jeder immer nach noch mehr Macht oder Anerkennung giert, das wird in diesem Buch auf rasante Weise gezeigt. (Rezensiert von C. Harenkamp)

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Buch des Monats (November)

Katja Kettu: Wildauge. Galiani Verlag, 2014. EUR 19,99

In Finnland, dem Gastland der diesjährigen Frankfurter Buchmesse, wird traditionell viel gelesen. Allerdings gelangen auf Grund der Sprachproblematik kaum finnische Bücher nach Deutschland. Eines der wenigen Bücher, das seinen Weg hierher gefunden hat, ist Katja Kettus ungewöhnlicher und brachialer Roman "Wildauge" nach den Aufzeichnungen ihrer Großmutter. In einer kraftvollen, teilweise derben Sprache, die dem Leser einiges abverlangt, schildert die Autorin das Schicksal einer nicht mehr ganz jungen Hebamme, die sich in den Wirren des finnischen Winterkriegs 1944 in den überaus attraktiven SS-Offizier Johannes verliebt, der in Finnland als Kriegsfotograf tätig ist. Als er in ein Kriegsgefangenenlager abkommandiert wird, folgt sie ihm als Krankenschwester dorthin, um in seiner Nähe zu sein. Dort geschehen grausame Dinge, die mit ihrer Tätigkeit als Hebamme wenig zu tun haben. Auch Johannes, mit dem sie eine leidenschaftliche Beziehung beginnt, erträgt dies nur unter Drogen, von denen er immer mehr zu sich nimmt und dadurch immer abgestumpfter und brutaler wird.

 

Der Roman gewährt einen Einblick in eine Front des zweiten Weltkriegs, die hier kaum bekannt ist, jedoch in Finnland einen breiten Raum im nationalen Bewusstsein einnimmt. (Rezensiert von J. Sprenger)

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Deutscher Buchpreis 2014

Lutz Seiler erhält für seinen Roman "Kruso" den deutschen Buchpreis

Der Roman handelt von einer verschworenen Gemeinschaft gesellschaftsflüchtiger "Schiffbrüchiger" auf Hiddensee im Sommer 1989. Im Mittelpunkt stehen der junge Aussteiger Edgar Bendler und der geheimnisvolle Krusowitsch.

Mehr über die Verleihung des diesjährigen deutschen Buchpreises erfahren Sie hier

Wenn Sie angemeldet sind können Sie den Roman "Kruso" vorbestellen

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Buch des Monats (Oktober)

Maurizio de Giovanni: Das Krokodil. Kindler Verlag, 2014. EUR 19,95

Ein Jugendlicher wird tot aufgefunden, erschossen auf offener Straße und aus nächster Nähe, doch niemand hat etwas bemerkt. Der Täter hinterlässt am Tatort ein Taschentuch mit Tränenflüssigkeit. Die Presse sieht in ihm die perfekte Mordmaschine, die dennoch weint - also nennt sie den Täter nur das Krokodil. Eigentlich soll sich Inspektor Lojacono aus allen laufenden Ermittlungen heraushalten. Er ist nämlich gerade von Sizilien nach Neapel strafversetzt worden, weil er einem Mafioso angeblich wichtige Informationen gegeben haben soll. Doch die Staatsanwältin erkennt seinen Blick für wichtige Details und nimmt ihn trotzdem ins Ermittlungsteam auf. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, denn der Täter ist noch nicht fertig mit seiner Mission.

 

Ein spannender Krimi, ein Täter mit nachvollziehbarem Motiv und ein Ende, das so nicht zu erwarten war - einfach Klasse! (Rezensiert von C. Harenkamp)

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Buch des Monats (September)

Philipp Meyer: Der erste Sohn. Knaus Verlag, 2014. EUR 24,99

Nichts weniger, als die komplette Geschichte des amerikanischen Staates Texas von 1836 bis heute auf 600 Seiten zu erzählen, hat sich der amerikanische Autor Philipp Meyer vorgenommen und es ist ihm perfekt gelungen. Er meistert diese Aufgabe, indem er den Aufstieg der Familie McCullough über fünf Generationen erzählt, beginnend mit dem Schicksal von Eli, dessen Eltern zu den ersten Siedlern im Land der Indianer gehören. Als dieser dreizehn ist, werden er und seine Familie von den Comanchen überfallen, der Junge überlebt als einziger und wird von den Indianern aufgezogen. Dort erwirbt er viele Fähigkeiten, die ihm bei seiner Rückkehr zu den Weißen und beim Aufbau seiner mächtigen Dynastie von großem Nutzen sind. Aus einem ganz anderen Holz geschnitzt ist sein zögerlicher Sohn Peter, der später in die sogenannten Bandenkriege mit den Mexikanern verwickelt wird. Die Dritte im Bunde ist dessen Tochter Jeanne Anne, die schließlich zur modernen Ölbaronin aufsteigt.

 

Mit dem Schicksal dieser drei Personen werden die Geschichte von Texas und die Eroberung des wilden Westens ungeheuer spannend und ohne falsche Romantik lebendig. Philipp Meyer ist ein begnadeter Erzähler, der sowohl die Schönheit der Landschaft als auch die Charaktere ihrer Bewohner hervorragend zu schildern weiß. In Amerika gilt der Roman schon jetzt als moderner Klassiker! (Rezensiert von J. Sprenger)

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Buch des Monats (August)

Martin Bettinger: Ein Galgen für meinen Vater. Conte Verlag, 2014. EUR 14,90

Keine Sorge - in diesem Buch will kein Kind seinen Vater umbringen! Obwohl dem Protagonisten Tom in einem schwachen Moment doch einmal der schreckliche Gedanke kommt, dass ihn der Tod des Vaters vielleicht erleichtern würde. Denn der 84-jährige Vater liegt im Sterben. Tom‘s Mutter ist schon länger körperlich beeinträchtigt und der Bruder lebt den größten Teil des Jahres in Neuseeland. Selbst die osteuropäische Pflegerin entpuppt sich schnell als zusätzliche Belastung. Also bleibt eigentlich doch alles an Tom hängen. Er muss nicht nur 24 Stunden täglich einsatzbereit sein, sondern auch schwere Entscheidungen für seine Eltern treffen. Früher war er einfach nur der Sohn, der sich immer auf seine Eltern verlassen konnte; diese Sicherheit ist ihm nun für immer genommen.

 

Tom geht diesen letzten schweren Weg des Vaters hinaus aus dem Leben Schritt für Schritt gemeinsam mit ihm. Martin Bettinger beschreibt den langen Abschied ungeschminkt und einfühlsam, auch mit einigen komischen Momenten und vor allem mit viel Liebe. (Rezensiert von C. Harenkamp)

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Buch des Monats (Juli)

Keigo, Higashino: Heilige Mörderin. Klett-Cotta, 2014. EUR 19,95

Obwohl der erfolgreiche japanische Unternehmer Yoshitaka erst seit einem Jahr mit der bildschönen, aber nicht mehr ganz jungen Ayane verheiratet ist, kriselt es in ihrer Ehe bereits heftig, denn Ayane ist nicht in der Lage, ihrem Mann den heiß ersehnten Nachwuchs zu schenken. Kurz nachdem er ihr deshalb seine Scheidungsabsichten verkündet hat, wird Yoshitaka plötzlich in seinem Haus in Tokio tot aufgefunden, vergiftet durch Arsen, das jemand seinem Kaffee beigemischt hat. Doch seine Ehefrau hat ein wasserdichtes Alibi, denn sie war zur Tatzeit bei ihren Eltern im weit entfernten Sapporo. Die Ermittlungen von Kommissar Kusanagi und seiner Assistentin Utsumi ergeben rasch, dass Yoshitaka eine Affäre mit der jungen Hiromi hatte, die zudem noch von ihm schwanger war und dass die Witwe darüber offensichtlich Bescheid wußte.

  Da Utsumi das Gefühl hat, dass der Kommissar sich zu der attraktiven Ayane hingezogen fühlt und deshalb nicht mehr objektiv ermittelt, schaltet sie ohne sein Wissen seinen Freund, den hochintelligenten Physiker Yukatawa ein, der Licht in diesen mysteriösen Mord bringen soll. Der Roman ist ein spannendes Katz- und Mausspiel eines in Japan sehr beliebten Kriminalautors! (Rezensiert von J. Sprenger)
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