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Buchtipp September 2021

Das Bild zeigt das Cover des Buches "Schattenblick"Bianca Iosivoni, Laura Kneidl: Schattenblick (Midnight Chronicles ; 1), LYX Verl.

Als die junge Huntress Roxana Blake in einem Londoner Park auf den von einem Geist besessenen Shaw trifft, könnte der Zeitpunkt für sie kaum schlechter sein:
Nachdem sie versehentlich 449 Seelen aus der Unterwelt befreit hat, muss sie alle Seelen innerhalb von nur 449 Tagen wieder einfangen, um nicht mit ihrem Leben für diesen Fehler zu bezahlen. Noch dazu sucht sie verzweifelt nach ihrem verschollenen Zwillingsbruder.

Nach Shaws Rettung vom Leiter des Londoner Hunter-Quartiers damit beauftragt zu werden, sich um den attraktiven jungen Mann zu kümmern und herauszufinden, warum er jegliche Erinnerung an die Zeit vor seiner Besessenheit verloren hat, passt somit überhaupt nicht in ihre Pläne.

Was sie zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht ahnt, ist, dass ausgerechnet er sich zu einem unverzichtbaren Freund und Vertrauten für sie entwickeln wird, während die, der sie am meisten vertraut hat, droht, alles zu vernichten, was ihr bei ihren bösen Machenschaften in den Weg kommt. Und das schließt Roxy mit ein.
Hinzu kommt das Kribbeln, was sich zwischen Roxy und Shaw entwickelt, das sie sich aber nur schwer eingestehen kann …

Der Auftakt der neuen Urban-Fantasy-Reihe „Midnight Chronicles“ vereint Elemente der Popkultur ab den 90er-Jahren mit spannenden, neuen Ideen und ist für Fans von Büchern wie den „Chroniken der Unterwelt“ oder Serien wie „Supernatural“ ein absolutes Muss.

Buchtipp August 2021

Das Bild zeigt das Cover des Buchs "Das Vierzehn-Tage-Date"Freund, René: Das Vierzehn-Tage-Date, Zsolnay Verl.

Corinna und David – unterschiedlicher können zwei Menschen kaum sein – haben ein Match bei Tinder. Durch die Corona-Pandemie sind die Lokale geschlossen, und so findet ihr Date in Davids Wohnung statt, eigentlich mehr aus Langeweile in dieser Zeit.

Bereits im ersten Moment, als die quirlige Corinna in die Wohnung des ruhigen David stürmt, ist beiden klar, dass sie nicht füreinander bestimmt sind. David der Ordnungsfanatiker, der Musiker, der Veganer, in Liebesdingen sehr verhalten. Corinna dagegen ist laut, chaotisch, trinkt, raucht, ist innerlich zutiefst verletzt. Nein, das kann wirklich nichts werden. Man einigt sich schließlich auf Pizza, Wein und Wodka – und prompt läuft die Nacht aus dem Ruder. Beide sind sich am nächsten Morgen sicher, dass es kein Wiedersehen geben wird.

Da klingelt es, und vor der Tür steht ein Mitarbeiter des Gesundheitsamtes. Warum? Weil der Pizzabote positiv auf Corona getestet wurde und nun alle Kontaktpersonen für 14 Tage in Quarantäne müssen. Nun müssen sich Corinna und David irgendwie miteinander arrangieren und vor allem organisieren. Mitunter fliegen die Fetzen, doch mit den Tagen werden ihre Gespräche sinn- und verständnisvoller, zumal die Risse ihrer jeweiligen Fassade immer größer werden. Wie werden sie am Ende der Quarantäne auseinander gehen?

In seinem feinsinnigen Roman lässt uns René Freund einen humorvollen Blick auf die Auswüchse des ersten Lockdowns werfen, sei es das Horten von Toilettenpapier bis zur Uneinigkeit gesundheitspolitischer Richtlinien. Und auch der kritische Blick auf Social-Media fehlt nicht. So ist René Freund vor dem Hintergrund der Pandemie ein äußerst amüsanter und menschlicher Roman gelungen.

Buchtipp Juli 2021

Das Bild zeigt das Cover des Buchs "Mr. Parnassus' Heim für magisch Begabte"Klune, T.J.: Mr. Parnassus' Heim für magisch Begabte, Heyne Verl.

Linus Baker arbeitet als vorbildlicher Beamter seit Jahrzehnten in einer Sonderabteilung des Jugendamtes, die für das Wohlergehen magisch begabter Kinder und Jugendlicher zuständig ist. Nie war er auch nur einen Tag krank, das Regelwerk der Behörde ist seine Gute-Nacht-Lektüre, so dass er jede Entscheidung stets zum Wohle des Kindes treffen kann. Linus arbeitet gründlich und distanziert, daher wird er vom allerhöchsten Management auf eine geheime Mission geschickt: Er soll das Waisenhaus eines gewissen Mr. Parnassus, das sich auf einer abgelegenen Insel befindet, genauer unter die Lupe nehmen und jede Woche nach bestem Wissen und Gewissen seiner Behörde über die dortige Situation der Kinder berichten.
Doch nichts hat Linus Baker auf das vorbereitet, was er bei Arthur Parnassus vorfindet! Kaum dort angekommen, stellt Linus fest, dass Mr. Parnassus' Schützlinge eher etwas speziell sind – einer von ihnen ist möglicherweise sogar der Sohn des Teufels! In diesem Heim kommt der Beamte mit seinem Regelwerk und der Vorliebe für Vorschriften nicht weiter, und plötzlich gerät sein Weltbild ins Wanken. Eignen sich die Maßnahmen der Behörde wirklich zum Schutz der magisch begabten Kinder? Lässt sich die Welt einfach in magische und nichtmagische Menschen teilen? Ist ein Wesen immer nur gut oder böse?
Eher widerwillig lässt er sich auf dieses magische Abenteuer ein und erfährt dabei die größte Überraschung seines Lebens – die Verwandlung vom Büromenschen zum fröhlichen Lebenskünstler, der sich vehement für die Belange der Kinder einsetzt.

Der wundervolle Roman über das Anderssein zeigt auf eine unaufdringliche Weise Zusammenhalt, Respekt, Loyalität und Liebe und handelt nur rein zufällig von magisch Begabten, es könnte auch jede andere Minderheit damit gemeint sein. Das Buch eignet sich für jedes Lebensalter, denn in der vielschichtigen Erzählung wird jeder etwas finden, das ihn besonders berührt.

Buchtipp Juni 2021

Das Bild zeigt das Cover des Buchs "Not your type"McCreight, Kimberly: Eine perfekte Ehe, Droemer Verlag

Die New Yorker Anwältin Lizzie Kitsakis möchte eigentlich mehr Zeit mit ihrem Mann verbringen, um unübersehbare Risse in ihrer Beziehung zu kitten, denn Sam ist Alkoholiker und muss wegen eines Unfalls einen hohen Betrag abzahlen, für den sie als Ehefrau ebenso gerade stehen muss. Gerade hat sie eine gut bezahlte Stelle in einer renommierten Kanzlei übernommen, in der sie für Wirtschaftskriminalität zuständig ist, als ihr alter Studienfreund Zach sie bittet, seinen Fall zu übernehmen.
Zach steht unter dem Verdacht, seine Frau Amanda heimtückisch erschlagen zu haben und sitzt bereits in der berüchtigten New Yorker Haftanstalt Rikers Island. Er beteuert seine Unschuld und Lizzie glaubt an ihn. Doch je mehr sie über die Ehe von Zach und Amanda herausfindet, umso mehr kommt ihr der Verdacht, dass Zach ihr Einiges verschwiegt. Die Ungereimtheiten häufen sich: Was ist tatsächlich auf der Party im elitären Brooklyner Wohnviertel am Abend des Mordes geschehen? Wer ist der Stalker, der Amanda offensichtlich schon seit langer Zeit verfolgt? Welche Geheimnisse aus Amandas Vergangenheit sind real und warum war Zach nicht darin eingeweiht?

Dann taucht ein neues Beweismittel auf, das die Welt der Anwältin auf den Kopf stellt: Ist womöglich ihr eigener Ehemann Sam in diesen brisanten Fall verwickelt?

Mit überraschenden Wendungen hat die New-York-Times-Bestseller-Autorin Kimberly McCreight in ihrem trickreichen Thriller einen echten Pageturner geschrieben, der einen schon von den ersten Seiten an packt und unterhält. Sie beschreibt ihre Protagonisten sehr plastisch und enthüllt dabei Stück für Stück neue Geschehnisse, die sich erst gegen Ende miteinander verknüpfen und für absolute Hochspannung sorgen.

Buchtipp Mai 2021

Das Bild zeigt das Cover des Buchs "Not your type"Zett, Alicia: Not your type, Knaur Taschenbuch

Die zwanzigjährige Studentin Marie ist verliebt in ihren Kommilitonen Fynn. Während der Vorlesungen schielt sie immer wieder zu ihm herüber, zumal die Worte der Professoren sie eh nicht besonders interessieren. Schon lange zweifelt sie, ob das Psychologiestudium überhaupt das Richtige für sie ist. Aus Angst vor der eigenen Zukunft und der Reaktion ihrer Eltern traut sie sich aber nicht, es abzubrechen. Als Maries bester Freund von seinem Auslandssemester in Italien zurückkehrt, kommt ihr die rettende Idee: Um sich von den Zukunftssorgen abzulenken, schlägt sie ihren Freunden einen Roadtrip durch Italien in den Semesterferien vor. Die sind sofort Feuer und Flamme, unter ihnen auch Joon, der gerade dabei ist, sich mit dem stillen Fynn anzufreunden.
So kommt es, dass er Fynn überredet, sich der kleinen Reisegruppe anzuschließen, obwohl dieser sich zunächst sträubt. Er hat ein Geheimnis, von dem er befürchtet, es könnte während dem gemeinsamen Trip ans Licht kommen: Fynn ist transgender.
Dieses Geheimnis ist es auch, was ihm immer wieder im Weg steht, wenn er und Marie sich näherkommen. Zwar empfindet auch er zunehmend etwas für sie, doch er hat Angst, dass sie ihn ablehnen könnte, wenn sie die Wahrheit über ihn erfährt.
Schaffen die beiden es, sich ihren Ängsten und ihrer Vergangenheit zu stellen, um vielleicht eine gemeinsame Zukunft zu haben?

Die Autorin behandelt in ihrem New-Adult-Roman auf einfühlsame Weise sowohl die Alltagsprobleme junger Erwachsener als auch LGBTQ-Themen und schreckt dabei auch vor deren ernsten Seiten wie transfeindlicher Gewalt nicht zurück.

Buchtipp April 2021, Azubi-Tipp für Jugendliche

Das Bild zeigt das Cover des Buchs "Sternensturm"Armentrout, Jennifer L.: Sternensturm (Revenge ; 1), Carlsen Verl.

Der Roman der US-amerikanischen Autorin ist der Beginn einer neuen Reihe basierend auf der vorangegangenen Reihe "Obsidian", in der die Welt von einer Alieninvasion erschüttert wurde. Jedoch ist diese Vorlektüre keinesfalls Voraussetzung zum Lesen des Buches.
Gemeinsam mit der jungen Evie Dasher taucht man in die Welt nach der großen Invasion ein. Damals vor vier Jahren sind Aliens, die sich Lux nennen, auf der Erde eingefallen, um den Planeten für sich zu erobern. Nur durch den Einsatz elektronischer Waffen, die ganze Städte außer Betrieb setzten, war es möglich, den Planeten zu erhalten. Heute leben Menschen und Lux vermeintlich friedlich Seite an Seite.

Doch müssen die Lux immer wieder Diskriminierungen einstecken, egal, ob sie nun an der Invasion beteiligt waren oder nicht. Und das muss Evie feststellen: Nichts ist so, wie es zu sein scheint. Nicht einmal ihre eigene Mutter scheint wirklich das zu sein, was sie ist.
Alles beginnt damit, dass sich Evie in einen Klub schleicht und dort den vermeintlichen Lux namens Luc kennenlernt. Mit dieser Begegnung beginnt für Evie ein Abenteuer, das sie sich niemals hätte erträumen können. Denn auf einmal wird eine ihrer Mitschülerinnen tot aufgefunden und allem Anschein nach stecken die Lux dahinter. Ein gefundenes Fressen für alle, die gegen sie sind und schnell muss Evie sich entscheiden, wie ihre Meinung zu den Lux ist.

Jennifer L. Armentrout verbindet in ihrem Roman Science-Fiction, Fantasie und Romantik auf eine mitreißende Art.

Buchtipp März 2021

Das Bild zeigt das Cover des Buchs "Die Bibliothekarin von Auschwitz"Iturbe, Antonio: Die Bibliothekarin von Auschwitz, Pendo Verl.

Basierend auf der wahren Geschichte der Edita Kraus, genannt Dita, erzählt Antonio Iturbe in seinem Roman die Lebens- und Überlebensgeschichte eines jungen Mädchens im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau.
Nach ihrer Umsiedelung innerhalb Prags, über einen Aufenthalt im Lager Theresienstadt wird Ditas Familie schlussendlich nach Auschwitz deportiert. Dort nimmt sie der Barackenälteste und Lehrer Fredy Hirsch unter seine Fittiche. Fredy konnte die Lagerleitung davon überzeugen, eine „Familienbaracke“ einzurichten, damit die Erwachsenen ohne ihre Kinder besser arbeiten können. Heimlich jedoch hat er für die Kinder Schulunterricht organisiert und gibt ihnen somit einen kleinen Schimmer der Hoffnung an diesem Ort des Schreckens.
Dita kommt ins Gespräch mit diesem zurückhaltenden und zugleich unglaublich mutigen Mann. Schon bald ernennt Fredy Dita zur Bibliothekarin seiner Schule und vertraut ihr den unermesslichen Schatz von acht Büchern an. Dita, die schon immer Trost und Inspiration in Büchern gefunden hat, hegt und pflegt diese Bücher, repariert sie und beschützt sie mit ihrem Leben. Und Dita gerät oft in gefahrvolle Situationen. Besonders der berüchtigte und von allen gefürchtete Lagerarzt Mengele nimmt Witterung auf und hat ab diesem Zeitpunkt ein besonderes Auge auf Dita.

Antonio Ituros Roman über Ditas und Fredys Lebensgeschichte zieht den Leser völlig in seinen Bann. Emotional und zugleich hart erzählt er von dem Leben im Lager, das geprägt ist von Angst, Hunger, Krankheit und Tod. Wie ein zartes Licht leuchtet die Geschichte von Dita und Fredy, die niemals den Mut und die Hoffnung verlieren und für sich und andere ums Überleben kämpfen. Ein zutiefst bewegendes Buch, das gelesen werden will und muss.

Buchtipp Februar 2021

Das Bild zeigt das Cover des Buchs "Fräulein Paula und die Schönheit der Frauen"Bernard, Caroline: Fräulein Paula und die Schönheit der Frauen, Aufbau Verl.

Hamburg, 1948. Auch drei Jahre nach Ende des Krieges mangelt es an Allem: Lebensmitteln, Autos, Arbeitsplätzen, Wohnraum und Kleidung. Doch die Hamburger lassen die Köpfe nicht hängen. Mit allen Mitteln versuchen sie, die Grauen des Krieges und der Nationalsozialisten abzuschütteln. So auch die drei Schwestern Paula, Gertrud und Uschi.
Uschi, die Jüngste, will endlich das Leben genießen. Diverse Männerbekanntschaften sollen ihr auf dem Weg zu Wohlstand und Liebe helfen.
Gertrud, mit ihrem Verständnis für Technik, versucht sich am Führerschein. Dieser ist die Voraussetzung für die Taxilizenz. Diese wiederum benötigt sie, um zusammen mit einem Freund den Traum vom eigenen Taxiunternehmen zu verwirklichen.
Paula, die Älteste, möchte den Hamburgerinnen wieder mehr Selbstwertgefühl geben. Aufgrund ihrer Englischkenntnisse bekommt sie eine Anstellung bei Wilhelm Röbke. Dieser versucht, trotz der Vorbehalte der britischen Besatzer, eine Strumpffabrik aufzubauen. Als Überläufer aus dem sowjetischen Sektor hat er es nicht leicht. Seine Maschinen konnte er nicht aus dem Osten retten. So muss er nach Amerika, um alte deutsche Nähmaschinen zu erwerben. Paula begleitet ihn als Übersetzerin. Angespornt von der Eleganz der amerikanischen Damen, setzt Paula alles daran, die deutschen Frauen von ihren alten Wollstrümpfen zu befreien und in seidige Nylons zu kleiden. Mit Köpfchen und Hartnäckigkeit geht sie ihren Weg. Und eine solch selbstbewusste Frau bleibt natürlich auch der Männerwelt nicht verborgen.

Caroline Bernard führt uns in eine Welt, die kalt und farblos ist. Not und Elend an jeder Straßenecke. Aber manchmal braucht es nur ein Paar Nylons und der Blick auf sich selbst verändert sich. Und der Blick auf sein Leben verändert sich automatisch mit. Ein bisschen Hoffnung kann beflügeln und ungeahnte Möglichkeiten auftun.

Buchtipp Januar 2021

Das Bild zeigt das Cover des Buchs Die StimmeS. K. Tremayne: Die Stimme,  Knaur Verlag

 „Ich weiß, was du getan hast.“ Als die junge Journalistin Jo Ferguson diesen Satz von ihrer digitalen Home-Assistentin Electra hört, ist sie schockiert. Die vermeintlich harmlose Software – eine modernere Form unserer Alexa - kann doch unmöglich von Jos schrecklichstem Erlebnis wissen! Plötzlich geschehen in der Wohnung Dinge, zu denen Electra gar nicht in der Lage sein sollte: Freunde und Eltern erhalten E-Mails mit wüsten Beschimpfungen, Jos Bankkonto wird leergeräumt, die Kreditkarte überzogen, Stimmen aus dem Fernseher reden zu ihr. Langsam wird Jo in den Wahnsinn getrieben, ihre Freunde sagen sich von ihr los, und Jo muss an ihren Vater denken, der unter heftigen schizophrenen Schüben litt und sich schließlich das Leben nahm. Kann es sein, dass sie seine Veranlagung geerbt hat und sich die Stimmen nur einbildet oder steckt jemand anderes dahinter? Es entwickelt sich ein raffiniertes, psychologisches Verwirrspiel, überwiegend aus Jos Perspektive geschrieben - und Electra ist noch lange nicht fertig mit Jo.
Bestseller-Autor Tremayne schafft es mit seinem gruseligen Psychothriller, den Leser bis zum furiosen Ende zu fesseln. Wie weit darf die Entwicklung künstlicher Intelligenz gehen?

Buchtipp Dezember 2020

Das Bild zeigt das Cover des Buchs "Das Lied von Vogel und Schlange"Collins, Suzanne: Das Lied von Vogel und Schlange (Die Tribute von Panem), Oetinger Verl.

 „Miss Everdeen, es sind die Dinge, die wir am meisten lieben, die uns zerstören!“
In einer dystopischen Welt, in der die Gesellschaft durch Naturkatastrophen und Kriege erschüttert wurde, ist aus den Trümmern Nordamerikas das Land Panem entstanden. Es besteht aus 12 Distrikten, deren Aufgabe es ist, die reiche Hauptstadt, das Kapitol, mit Nahrung und anderen Waren zu versorgen.
Die Handlung des Buches setzt 10 Jahre nach dem großen Aufstand der Distrikte ein, mit dem die Distrikte gegen das Kapitol und dessen totalitäre Herrschaft aufbegehrt haben. Im daraus resultierenden Krieg hat die im Kapitol einst sehr einflussreiche Familie des jungen Coriolanus Snow alles verloren. Seine einzige Möglichkeit, Ruhm und Reichtum wiederzuerlangen: Er muss als Mentor für den weiblichen Tribut aus Distrikt 12, Lucy Gray, die 10. Hungerspiele gewinnen. Bei diesem jährlich stattfindenden Event bringt jeder Distrikt als Strafe für den Aufstand zwei junge Menschen als Tribut dar, die sich dann in den live übertragenen Spielen bis auf den Tod bekämpfen müssen, bis nur noch ein Überlebender als Sieger übrig bleibt. Das Problem: Mentor Coriolanus und Tribut Lucy verlieben sich ineinander. Aber kann Lucy Gray die Spiele überleben und darf ihre Beziehung in solch einer Welt überhaupt existieren?
Eingefleischte Fans der legendären Panem-Reihe um Hauptfigur Katniss Everdeen können dieses Prequel fast schon als Charakterstudie zu Katniss‘ späterem Gegenspieler Präsident Snow lesen. Außerdem bietet es für sie spannende Hintergrundinfos, wie beispielsweise die Entstehung des auch durch die Filme bekannten Liedes „The Hanging Tree“.

Aber auch Neueinsteigern bietet das Buch eine fantastische Science-Fiction-Lektüre, die genau die richtige Balance zwischen Liebesgeschichte und gesellschaftskritischen, düsteren Themen findet.

Buchtipp November 2020

Das Bild zeigt das Cover des Buchs "Miracle Creek"Kim, Angie: Miracle Creek, hanserblau Verlag

In einem kleinen Nest an der Ostküste der USA betreibt die koreanische Familie Yoo in einer Scheune eine Unterdruckkammer, einem U-Boot ähnlich, genannt Miracle Submarine. Sie dient therapeutischen Zwecken. Dort werden vorwiegend autistische oder anderweitig behinderte Kinder behandelt.
Die Katastrophe passiert abends während des letzten Termins des Tages. In der Scheune bricht ein Feuer aus, und durch den reinen Sauerstoff in der Druckkammer kommt es zu einer Explosion, bei der ein achtjähriger Junge sowie die Mutter eines anderen Kindes ihr Leben verlieren.
Aufgrund der hohen Sicherheitsmaßnahmen kann jedoch ein Unfall ausgeschlossen werden. Und so beginnt ein Jahr später der Prozess gegen eine vermeintlich Schuldige – gegen die Mutter des kleinen Jungen, die genau an diesem Abend ihr Kind zum ersten Mal alleine in der Druckkammer sitzen ließ.
Angie Kim lässt uns das Gerichtsverfahren aus Sicht aller Beteiligten erleben, sodass der Leser selbst das Gefühl hat, als Zuschauer im Gerichtssaal zu sitzen. Dabei erfahren wir wesentlich mehr über die Gefühls- und Gedankenwelt aller Zeugen. Schon bald stellt sich die Frage: Wie weit gehen wir, um unsere Liebsten zu schützen?
Kim zeichnet ihre Charaktere äußerst nuanciert und konfrontiert uns zugleich mit großen gesellschaftlichen Themen wie Migration, Rassismus, Behinderung und dem Leben Alleinerziehender. So gelingt ihr in ihrem Debüt ein komplexer und zugleich ergreifender Thriller, dem viele Leser zu wünschen sind.

Buchtipp Oktober 2020, Azubi-Tipp für Jugendliche

Das Bild zeigt das Cover des Buchs "Die Überlieferung der Welt"Visne, Selin: Die Überlieferung der Welt, dtv Verl.

In einer Welt, die so ganz anders ist als die unsrige, spielt die Handlung der jungen Autorin. Sechs Jugendliche, die unterschiedlicher nicht sein könnten, werden geeint, um jeweils einen geliebten Menschen zurückzubekommen, den sie verloren haben. Dies erzählt ihnen zumindest ihr Reisefährte Divan, welcher ein Seher ist. Sie alle müssen sich sehr zusammen nehmen, um diese Reise mit den anderen antreten zu können – schließlich sind sie alle irgendwie mehr Feinde als Freunde. Laelia möchte ihre Familie retten und musste in der Vergangenheit stehlen, um sie zu ernähren. Hadrian ist ein Adliger, der sich einer großen Verbrecherbande angeschlossen hat, die er, um Laelia zu retten, jedoch hintergangen hat. Merla ist Prinzessin eines ganzen Reiches und soll gegen ihren Willen heiraten.
Vena ist als kleines Kind aus ihrer Familie herausgeholt worden, um mit anderen, die dieselbe Magie haben wie sie, aufzuwachsen. Und Bacary will alles Wissen der Welt erlangen, jedoch wird ihm diese Möglichkeit durch einen Neider genommen, und dann muss er auch noch mit dem Mörder seines Vaters reisen.
Was die Gruppe jedoch noch nicht weiß, ist, dass ihre Reise nicht ihnen selbst dienen soll, sondern etwas Größerem.

Nur zusammen können sie ihr Schicksal erfüllen, doch können sie einander vertrauen?

Buchtipp September 2020

Das Bild zeigt das Cover des Buchs "42 Grad"Harlander, Wolf; 42 Grad, Rowohlt Polaris

Deutschland freut sich über einen neuen Jahrtausendsommer. Doch dann erreichen die Temperaturen Rekordwerte und an vielen Orten geraten Wasserwerke in Schwierigkeiten, durch unerklärliche Fehler in den elektronischen Steueranlagen bricht die Wasserversorgung zusammen. Lediglich Hydrologe Julius Denner und IT-Spezialistin Elsa Forsberg warnen vor einer weiteren Verschärfung der Hitze. Niemand nimmt die Beiden ernst, bis die ersten Flüsse austrocknen, Waldbrände außer Kontrolle geraten, Atomkraftwerke vom Netz gehen müssen und immer mehr Todesopfer zu beklagen sind. Die Experten kommen bald zu dem Schluss, dass die Wasserwerke sabotiert und die Wälder mit Absicht angezündet werden. In Berlin und Brüssel folgt Krisengipfel auf Krisengipfel. Überall in Europa versuchen Wasserflüchtlinge, in see- und flussreichere Gegenden zu gelangen. Während die Zivilisation zusammenzubrechen droht, versuchen Julius und Elsa mit allen Mitteln, die Katastrophe aufzuhalten – und geraten damit ins Fadenkreuz von Mächten, die ihre ganz eigenen Interessen verfolgen.
Der überaus spannende Debütroman des Journalisten Wolf Harlander ist ein beklemmend realistischer Ökothriller, der uns vor Augen führt, wie verletzlich unsere Infrastruktur ist.

Buchtipp August 2020

Das Bild zeigt das Cover des Buchs "Mord in Sunset Hall"Swann, Leonie; Mord in Sunset Hall, Goldmann Verl.

Die Senioren Agnes, Bernadette, Edwina, Winston, Lillith und der Marshall haben sich vor einigen Jahren auf Sunset Hall zusammengefunden. Sie alle sind Teil einer höchst ungewöhnlichen aber effizienten Wohngemeinschaft. Das Leben im beschaulichen Ducks End könnte so schön sein!
Doch eines Tages liegt Lillith erschossen im Gartenschuppen. Und es bleibt nicht bei dieser einen Toten. Noch zweimal werden ältere Damen in ihren Häusern erschossen.
Die Senioren-WG beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Der Kaffeetreff im Ort scheint eine gute Anlaufstelle für die Hobbydetektive zu sein. Die Beerdigung des zweiten Opfers und der sich anschließende Leichenschmaus werden besucht und für die Ermittlungen benutzt. Und tatsächlich erfahren die Rentner einiges von Interesse. Schritt für Schritt nähern sie sich der Lösung der grauenvollen Verbrechen.
Leonie Swann gelingt es, zugleich skurril und liebevoll über die Eigenarten der Bewohner von Sunset Hall zu schreiben. Immer wieder muss man über die Ideen der Senioren schmunzeln. Und es ist eine Freude mitanzusehen, wie die alten Leutchen mit Beharrlichkeit, Eigensinn und Verschrobenheit sich ihrem Ziel nähern. Dabei müssen sie den einen oder anderen Umweg gehen, aber am Ende zählt eben nicht die Geschwindigkeit sondern die Genauigkeit, mit der die Ermittlungen betrieben werden. So manch junger Ermittler kann da noch etwas lernen.
Ein herrliches Lesevergnügen für heiße Sommertage!

Buchtipp Juli 2020

Das Bild zeigt das Cover des Buchs "Die Frauen von Skagen"Lund, Stina: Die Frauen von Skagen, Rowohlt Verl.
Ende des 19. Jahrhunderts ist die junge Asta im vornehmen Haushalt der Familie Triepke als Gesellschafterin für deren Tochter Marie angestellt. Marie darf – entgegen der Konventionen dieser Zeit – Unterricht bei dem berühmten Maler Peder Severin Krøyer nehmen. Dabei entdeckt Asta, die Marie als Anstandsdame begleitet, ihr eigenes Interesse und Talent für die Malerei. Fortan ist das Leben und Schicksal dieser drei Künstler untrennbar miteinander verknüpft. Nach ausgiebigen Malerei-Studie in Frankreich lassen sie sich im dänischen Skagen nieder, einer Künstlerkolonie, die die bildende Kunst Europas sowie das skandinavische Design prägen wird. Heute: In Frankfurt am Main soll die Industriellentochter Vibeke die Farbenfabrik ihres Vaters übernehmen. Doch weder die Berufspläne, noch die Heiratswünsche ihres Vaters entsprechen ihrer eigenen Vorstellung. Nach harten Auseinandersetzungen reist sie schließlich nach Skagen, um dort Kunst zu studieren. Auf sich gestellt, jobbt sie nebenbei in einem Café, wo sie Thore kennenlernt. Von ihm ist sie ebenso fasziniert, wie von der Stadt an zwei Meeren und dem besonderen Skagener Licht. Als sie im Büro des Cafés ein unbekanntes Bild der Malerin Marie Krøyer entdeckt, versucht sie, gemeinsam mit Thore die Geschichte dieses Gemäldes zu ergründen.

Buchtipp Juni 2020

Das Bild zeigt das Cover des Buchs "Der ist für die Tonne"

Berg, Ellen: Der ist für die Tonne, atb Verl.
Ist das Liebe, oder kann der weg? Hannah, die als Coach für fachgerechtes Ausmisten arbeitet, soll ausgerechnet dem neuen Flirt ihrer Freundin ein geordnetes Zuhause verpassen. Prompt entbrennt mit dem eigenwilligen Pascal erbitterter Streit: behalten oder ab in die Tonne? Doch je mehr Hannah aufräumt, desto tiefer manövriert sie sich mitten ins emotionale Chaos - denn plötzlich findet sie nicht nur eine echte Leiche auf dem Dachboden, sondern sie fühlt sich auch so merkwürdig zu Pascal hingezogen. Der Einstieg in die Geschichte fällt sehr leicht, was an dem leichten Schreibstil von Ellen Berg liegt. Ein Roman zum Schmunzeln mit einer kurzweiligen Story, die dennoch etwas Spannung besitzt und mehrere Wendungen für den Leser bereithält. Ein unglaublich lustiger Roman über das Entsorgen von emotionalem Ballast und Liebesverwirrungen im Ordnungswahn.

Buchtipp Mai 2020, Azubi-Tipp

Das Bild zeigt das Cover des Buchs "Die Liebe seines Lebens"

Jewell, Lisa: Die Liebe seines Lebens, Limes Verl.

Adrian hat ein perfektes Leben. Mit seiner Familie fährt er regelmäßig in den Urlaub und alle sind mit seiner Führung als Familienvater zufrieden - sowohl seine fünf Kinder als auch zwei Exfrauen und seine aktuelle Frau Maya. Doch mit Mayas Tod verändert sich alles. Adrian wird aus seiner perfekten Welt gerissen und muss sein gesamtes Leben hinterfragen – noch mehr als sein ältester Sohn seltsame E-Mails auf dem Computer der Toten findet. Entgegen der ersten Annahme scheint Maya nicht versehentlich vor den Bus gestürzt, sondern durch brutales Mobbing dazu getrieben worden zu sein. Der stolze Familienvater Adrian muss sich im Roman von Lisa Jewell auf eine verwirrende Reise durch sein Leben begeben, um seine Familie zu retten. Dabei findet er Einiges über seine Familie heraus, dass er so niemals erwartet hätte. Die spannende und berührende Story über eine Patchworkfamilie, zieht den Leser bis zum Schluss in seinen Bann.

Buchtipp April 2020

Das Bild zeigt das Cover des Buchs "Todesfalle"

Rose, Karen: Todesfalle (Baltimore-Reihe ; 5), Knaur Verl.

In diesem spannenden Thriller geraten zwei kleine Mädchen und eine junge Frau ins Visier eines eiskalten Killers. Die elfjährige Jazzie, gut im Haus ihrer Mutter versteckt, sieht, wie ihre Mutter vor ihren Augen erschlagen wird. Sie weiß sofort, wer der Mörder ist. Es ist kein Unbekannter. Für den Killer bleibt sie jedoch unentdeckt und er weiß nicht, dass es eine Zeugin für den Mord gibt. Das Mädchen ist traumatisiert und weigert sich, nach den Geschehnissen zu sprechen. Es ist die einzige Chance, sich und ihre Schwester zu schützen. Eine Therapie soll den Geschwistern helfen, über das furchtbare Verbrechen hinweg zu kommen. Ganz langsam fasst Jazzie Vertrauen zu ihrer Therapeutin und diese ahnt, dass das Mädchen weiß, wer der Mörder ihrer Mutter ist. Doch die Gefahr ist nicht gebannt, denn der Mörder will auch Jazzie, ihre Schwester und die Therapeutin umbringen. Der Thriller von Karen Rose ist auch gleichzeitig eine dramatische Familiengeschichte, denn parallel gewinnt man Einblicke in die Familienverhältnisse der jungen Therapeutin Taylor. So werden zwei Handlungsstränge miteinander verknüpft. Auch ohne Vorkenntnisse der Vorgängerbände durchaus lesbar.

Buchtipp März 2020

Das Bild zeigt das Cover des Buchs "Die Saiten des Lebens"
Hazel Prior: Die Saiten des Lebens, Harper Collins Verlag

Ellie Jacobs ist eine Hausfrau und lebt im Exmoor. Allerdings ist sie nicht glücklich mit ihrem Leben. Ellie hat viele Träume, die sie umtreiben.
Dan Hollis ist ein Harfenbauer. Er besitzt eine Scheune im Exmoor. Dort baut er die unterschiedlichsten Harfen. Dan ist glücklich.
Eines Tages treffen diese beiden Menschen aufeinander. Dan schenkt Ellie eine seiner Harfen. Clive, der unfreundliche und herrische Ehemann von Ellie, ist von diesem Geschenk nicht begeistert. Er verlangt von Ellie, die Harfe zurück zu geben. Schweren Herzens beugt sie sich Clives Willen. Aber die Harfe und Dan lassen Ellie nicht los. Und so nimmt Ellie heimlich Unterricht. Und zum Üben begibt sie sich in Dans Harfenscheune. Anfangs geht alles gut. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse…
„Die Saiten des Lebens“ erzählt eine leichte Geschichte vor der grandiosen Kulisse des englischen Exmoors. Die Weite der Landschaft lässt das Herz des Lesers ruhiger schlagen. Und Dans eigenwillige Art bringt einen so manches Mal zum Schmunzeln.

Buchtipp Februar 2020

Das Bild zeigt das Cover des Buchs "Das Erbe"

Sandberg, Ellen: Das Erbe, Penguin Verlag
Mona erbt von ihrer Großtante Klara völlig überraschend ein wunderschönes Jugendstilmietshaus in München - das "Schwanenhaus". Was zunächst wie ein Sechser im Lotto erscheint, bringt schon bald große Probleme: Monas eigene Familie beschimpft sie als Erbschleicherin und eine völlig fremde Frau behauptet, die wahre Erbin zu sein, denn Klaras Vater soll das Schwanenhaus 1938 von den eigentlichen Besitzern, der jüdischen Familie Roth, widerrechtlich erworben haben. Bei ihren Nachforschungen deckt Mona ein finsteres Kapitel der Familiengeschichte auf und macht eine grausige Entdeckung. Der spannungsgeladene Familienroman vor dem Hintergrund des Nationalsozialismus zeigt, wie weitreichend und langfristig die Folgen vergangener Handlungen sein können. Die Autorin spinnt ein Netz aus Lügen, Habgier und Neid und konfrontiert den Leser von Anfang an mit der Frage nach der Schuld, die allerdings immer wieder durch nicht hervorsehbare Ereignisse und Wendungen in ein anderes Licht gerückt wird.

 

Buchtipp Januar 2020

Das Bild zeigt das Cover des Buchs "Ein Hummerleben"

Hansen, Erik F.: Ein Hummer-Leben, Kiepenheuer & Witsch
Hoch oben in den Bergen Norwegens wächst der junge Sedd in einem Hotel auf. Liebevoll umsorgt von seinen Großeltern, wird er zugleich auf seine Rolle als Hotelerbe vorbereitet, So hilft er als Touren-Guide, im Service oder in der Hotelküche, die zugleich sein Zufluchtsort ist. Dort schaltet und waltet Jim, ein ehemaliger Seefahrer, ist für Sedd Vaterersatz und der einzige im Hotel, der sich der resoluten Großmutter - einer Wienerin - auch entgegenstellen kann. Doch mit der Pubertät kommen bei Sedd Fragen nach seinen Eltern auf. Die Mutter ist verschollen, der Vater, ein Arzt, verstorben. Dennoch ist es für Sedd schwer, Antworten zu bekommen. Nur sehr langsam setzen sich für ihn die Puzzleteile seiner Herkunft zusammen. Als während eines Gala-Dinners auch noch der örtliche Bankdirektor trotz aller Rettungsversuche Sedds einem Herzinfarkt erliegt, zeigen sich ersteRisse in der norwegischen Idylle. Während eines Ausflugs nach Oslo mit seinem Großvater begreift Sedd, dass dieses wunderschöne Hotel alles andere als solide dasteht. Als sich auch noch der neue Bankdirektor mit Frau und Tochter für Wochen im Hotel einquartiert, nimmt das Schicksal seinen Lauf. Aus der Sicht des 13-jährigen Sedd erzählt der Autor großartig vom Niedergang eines einstmals sehr beliebten und mondänen Hotels in den norwegischen Bergen.

Buchtipp Dezember 2019

Das Bild zeigt das Cover des Buchs "Der Löwe brüllt"

Jaud, Tommy: Der Löwe brüllt los, Scherz

Tommy Jaud glückt eine gute Balance zwischen Humor und Tiefe. Es läuft nicht gut für Nico Schnös, 47, den überforderten Controller mit der kaputten Brille. Warum gibt ihm seine Mutter seit dem Tod des Vaters täglich durch, was sie kocht und wie sie putzt? Was genau treibt Nicos Frau in dieser seltsamen Kuschelsekte? Als er bei einem Wutanfall eine Kaffeetasse auf den Finanzvorstand wirft, schickt sein Chef ihn in den Zwangsurlaub: Entweder Nico kommt entspannt zurück, oder der Job ist weg. Doch alle Entspannungsversuche gehen nach hinten los. Vielleicht hätte Nico nicht ausgerechnet seine hyperaktive Mutter mitnehmen sollen – auch wenn die nach dem Tod von Nicos Vater so einsam ist. Bald schon ahnt Nico: Paradies und Hölle können sehr nah beieinander liegen. Als Leser leiden wir mit Nico, genau wie wir mit Mutter Rosi lachen. Tommy Jaud glückt es genau im richtigen Moment eine authentische und gefühlvolle Wendung in Nicos Geschichte zu bringen. Was daraus entsteht, ist eine herrliche Balance zwischen einem unterhaltsamen, humoristischen Lesevergnügen und emotionaler Tiefe.

 

Buchtipp November 2019, Azubi-Tipp für Jugendliche

Das Bild zeigt das Cover des Buches "Die Gemeinschaft der Dolche"Lu, Marie: Die Gemeinschaft der Dolche (Young Elites ; 1), Loewe Verl.
„Die Gemeinschaft der Dolche“ ist der erste Teil einer Fantasy-Trilogie. Die junge Adelina Amourteru ist die ältere Tochter eines Kaufmanns. Als kleines Kind erkrankte sie am mysteriösen Blutfieber, welches die Kinder gezeichnet zurücklässt, aber Adelina erhielt dadurch eine übernatürliche Begabung. Um nicht von ihrem grausamen Vater als Lustobjekt verkauft zu werden, ergreift sie die Flucht. Auf dieser, wird sie von Raffaele entdeckt, der Begabte für die „Gemeinschaft der Dolche“ sucht. Die Gemeinschaft hat sich der Mission verschrieben das regierende Königspaar und den ersten Inquisitor zu stürzen, die alle Gezeichneten vernichten wollen. Im Laufe des Romans verschwimmen die Grenzen zwischen Gut und Böse als Adelina von dem ersten Inquisitor erpresst wird. Der Roman von Marie Lu ist voll von beeindruckenden Charakteren und Zwickmühlen, die einen zum Grübeln bringen, in einer Welt, die nicht nur Gut und Böse ist.

 

Buchtipp Oktober 2019

Das Bild zeigt das Cover des Buches "Das Schmetterlingszimmer"

Riley, Lucinda: Das Schmetterlingshaus, Goldmann Verl.
Posy Montague wächst in den Vierzigerjahren mit ihren Eltern im Anwesen Admiral House auf. Als ihr Vater zurück in den Kriegseinsatz muss, schickt ihre Mutter Posy zur Großmutter. Dort erfährt das Mädchen schließlich vom Tod ihres Vaters. Statt nach Admiral House zurückkehren, wird Posy in ein Internat geschickt. Jahrelang sieht sie weder ihr Zuhause noch ihre Mutter wieder. Fünfzig Jahre später ist Posy Witwe und bewohnt das herrschaftliche Anwesen ihrer Kindheit allein. Da taucht eines Tages ihre ehemalige Jugendliebe Freddie auf, der ihre Beziehung in der Vergangenheit überstürzt beendet hat. Obwohl die alte Sympathie zwischen den beiden noch vorhanden ist, scheint er eine seltsame Abneigung gegenüber Admiral House zu hegen. Wie bei allen Büchern von Lucinda Riley, spielt die Geschichte einmal in der Gegenwart und einmal in der Vergangenheit. Anfangs liest sich die Geschichte eher ruhig, aber die Neugier auf „Mehr“ wird auf jeden Fall geweckt, denn man spürt, dass im Hintergrund einige Geheimnisse bestehen, die im Laufe des Buches dann auch tatsächlich aufgedeckt werden.

Buchtipp September 2019

Das Bild zeigt das Cover des Buchs "Westwall"Gollhardt, Benedikt: Westwall, Penguin
Eine Gruppe entwurzelter Jugendlicher findet eine neue Heimat im Radikalismus und bei ihrer Anführerin Ira. Dazu kommt eine Gruppe ewig Gestriger, ein völlig desillusionierter Polizeiausbilder, der mit Altnazis sympathisiert, ein ehemaliger Neonazi, der als V-Mann für den Verfassungsschutz arbeiten soll sowie ein Beamter des Verfassungsschutzes, der ein doppeltes Spiel spielt. Mittendrin steht die junge Polizeischülerin Julia, die scheinbar zufällig den attraktiven Nick kennenlernt und ihm schnell näher kommt, bis sie auf dem Rücken des Schlafenden ein Hakenkreuz-Tattoo und einen ganz anderen Namen in seinem Ausweis entdeckt. Die Suche nach der Wahrheit führt Julia in die menschenleeren Wälder der Eifel bis hin zum Westwall, einem alten Verteidigungssystem aus dem Zweiten Weltkrieg. Der Drehbuchautor bekannter Fernsehserien greift in seinem Thrillerdebüt aktuelle Tendenzen auf und webt daraus mit viel Hintergrundwissen aus Geheimdienst- und Polizeiarbeit einen spannenden Stoff mit zahlreichen Wendungen: Viele Charaktere haben dunkle Geheimnisse, falsche Identitäten oder leben ein Doppelleben – traue niemandem!

Buchtipp August 2019

Das Bild zeigt das Cover des Buchs "Das Blut der sieben Könige"

Goddyn, Regis: Das Blut der sieben Könige, Cross Cult Amigo Grafik

Einst gab es sieben Könige, in deren Adern floss blaues Blut. Gewöhnliche Menschen hatten rotes Blut. Das blaue Blut kennzeichnete die Herrscher, das rote Blut die Beherrschten. Doch es kam, wie es kommen muss. Die Könige begehrten gewöhnliche Frauen. Und so mischten sich blaues und rotes Blut. Die außergewöhnlichen Fähigkeiten mit denen die Herrscher gesegnet waren, tauchten plötzlich im gemeinen Volk auf. Und ein Mensch, der tausend Jahre lebt, will mehr als ein normaler Sterblicher. Der Beginn der Kriege um Macht und Reichtum…Ein grandioser Einstieg in eine neue Fantasy-Saga mit sehr sympathischen Helden und Intrigen spinnenden Herrschern.

 

Buchtipp Juli 2019

Das Bild zeigt das Cover des Buchs "Maschinen wie ich"McEwan, Ian: Maschinen wie ich, Diogenes

Der intelligente aber nicht sonderlich lebenstüchtige Charlie gibt den Rest seines Vermögens aus, um einen der ersten Androiden – Adam – zu ergattern. Zusammen mit seiner Nachbarin und Freundin Miranda konfiguriert Charlie Adams Persönlichkeit. Somit sieht Adam nicht mehr nur aus wie ein Mensch, er denkt, er handelt und er fühlt. Adam spekuliert erfolgreich an der Börse, verschafft Charlie auf diese Weise finanziellen Freiraum, er hilft im Haushalt, er diskutiert gerne und schläft dank technischer Raffinesse mit Miranda. Nicht nur das, Adam verliebt sich in sie und verfasst tausende Haiku. Fortan steht dieses Dreiecksverhältnis unter großer Anspannung, denn Adam wird nicht Charlies und Mirandas „Kind“ sondern mehr und mehr Charlies Rivale. Der immerzu lernfähige Android bezeichnet sich sogar als den besseren Menschen, denn er Mensch selbst wird immer unperfekt bleiben. Charlie beginnt seine KI zu hassen, er sucht Rat bei seinem großen Vorbild Alan Turing. Ian McEwan siedelt seine Geschichte im London der 1980-er Jahre an. Vieles erscheint uns auf den ersten Blick vertraut und doch ist alles anders. Technische Errungenschaften der letzten Jahre sind bereits „olle Kamellen“, vieles ist sogar schon weiter entwickelt. In einem großen Bogen verwebt Ian McEwan große Fragen unserer Zeit, stellt die Frage nach Künstlicher Intelligenz auf die philosophische, rationale und wissenschaftliche Weise. Ein fesselnder Roman, der zum Nachdenken anregt.

Buchtipp Juni 2019

Das Bild zeigt das Cover des Buchs "Eine andere Vorstellung vom Glück"Levy, Marc: Eine andere Vorstellung vom Glück, Blanvalet

Philadelphia, Frühjahr 2010: Nach dreißig Jahren Haft flieht Agatha aus dem Gefängnis, obwohl sie nur noch fünf Jahre zu verbüßen hätte. An einer Tankstelle steigt sie einfach zu einer jungen Frau ins Auto und zwingt sie, nach San Francisco zu fahren. Zuerst erschrocken, findet Milly, die bisher ein eher langweiliges Leben führte, Gefallen an der geheimnisvollen Agatha. Aus der Geisel wird eine Komplizin. Fünf Tage lang fahren sie quer durch die USA. Bei jedem Halt treffen Sie jemanden aus Agathas Vergangenheit, kommen ihrem Geheimnis näher - und  auch ihrer großen Liebe. Als Leser ahnt man schon, dass alle Personen irgendwie miteinander verbunden sind. Aber was genau dahinter steckt, erfährt man als Leser erst am Ende. Für Milly, die noch das ganze Leben vor sich hat, stellt sich die Frage: Wie weit darf man auf der Suche nach dem Glück gehen? Spannend und geheimnisvoll führt Levy seine Leser bis zum Schluss durch das Buch. Ganz gleich ob zu Hause auf dem Balkon oder am Strand - eine unterhaltsame Sommerlektüre für alle Tage!

Buchtipp Mai 2019, Azubi-Tipp für Jugendliche

Das Bild zeigt das Cover des Buchs "Playlist meiner miesen Entscheidungen"

Rubens, Michael: Playlist meiner miesen Entscheidungen, dtv

Austin Methune ist ein 16 jähriger Junge, der ganz in seiner Musik lebt. Am liebsten spielt er auf der 4000 $ Mandoline, die dem Freund seiner Mutter gehört. Als diese jedoch bei einem unglücklichen Unfall, in dem sowohl Drogen als auch Mädchen eine Rolle spielen, kaputt geht, muss Austin, um diese zu ersetzen, einen Job annehmen. Seine große Leidenschaft, die Musik, scheint in diesem Sommer wohl aufgrund Nachhilfe und Arbeit zurückstehen. Doch dann steht urplötzlich der Musiker Shane Tyler vor seiner Haustür und Austin erfährt, dass dieser auch noch sein Vater ist. Scheinbar geht ein Traum in Erfüllung. Doch wie es so ist, trügt der Schein. Durch das ganze Buch hinweg zieht sich die Angst, dass Austin das einzige Mädchen, das ihm wirklich etwas bedeutet, verlieren kann. Rubens spricht in seinem Roman über sehr ernste Themen wie Drogen und auch Gewalt, jedoch auf eine äußerst faszinierende und mitreißende Art und Weise. Er bringt diese ernsten Themen so natürlich in den Verlauf der Geschichte ein, dass es sowohl erschreckend als auch lustig erscheint. Bei „Playlist meiner miesen Entscheidungen“ handelt es sich definitiv um ein Buch, bei dem man lachen, aber auch nachdenklich werden kann.

Buchtipp April 2019

Das Buch zeigt das Cover des Buchs "Vox"

Dalcher, Christina: Vox, S. Fischer

Amerika – das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Fundamentalistische Christen haben die USA übernommen. Den dort lebenden Frauen werden Stück für Stück die Rechte entzogen. Von heute auf morgen dürfen sie ihre Häuser nicht mehr einfach so verlassen, sondern nur noch nach draußen gehen um ganz bestimmte Dinge zu erledigen. Und sie dürfen nicht mehr als 100 Worte täglich sprechen. Frauen müssen ein Armband tragen, welches sie als eventuelle Rebellinnen erkennt und werden mit Stromstößen bestraft. Und das passiert im 21. Jahrhundert. Christina Dalcher zeigt in ihrem Debüt-Roman, wie die Welt sich verändern könnte, wenn wir nichts dagegen tun. In einem Amerika der nahen Zukunft erzählt sie die Geschichte einer Frau, die nicht schweigen möchte, denn ihr und unzähligen anderen Frauen werden unter anderem auch all ihre Träume genommen. Die Spannung wird gekonnt aufgebaut, man fiebert mit und hat das Gefühl, sofort etwas an dieser Situation ändern zu müssen!

Buchtipp März 2019

Das Bild zeigt das Cover des Buchs "Sophies Tagebuch" Remin, Nicolas: Sophies Tagebuch, Kindler Verl.

Berlin zur Zeit des Mauerfalls: Die Lehrerin Erika zur Linde erbt nach dem Selbstmord ihres verwitweten Vaters viel Geld und das Tagebuch ihrer Mutter, das sie in die Zeit des 2. Weltkrieges zurückführt und ihr ganzes Leben auf den Kopf stellt. Während ihr Vater als Offizier in den Krieg musste, hielt ihre Mutter Sophie Felix Auerbach, den blonden, attraktiven Juden und Schulfreund ihres Vaters, bei sich versteckt, die Welt der regimetreuen Neunzehnjährigen gerät ins Wanken. Erika ahnt zunächst nicht, wie stark die Ereignisse von damals sie persönlich betreffen, ihre Nachforschungen bringen ihr Erbe, den Ruf ihres Vaters und nicht zuletzt ihre eigene Identität in Gefahr. Der Autor lässt seine Charaktere auf zwei Zeitebenen agieren, die ähnlich und doch verschieden sind. Die Vergangenheit wird durch die Tagebucheinträge beleuchtet, die Gegenwart, also das Berlin im Jahre 1989, erlebt der Leser durch Erika. Dadurch bekommt das packende Familiendrama einen besonderen Reiz und bietet außergewöhnliche Spannung mit authentischem Lokalkolorit. Literarisch anspruchsvoll verwebt Nicolas Remin historische Eckdaten der deutschen Geschichte mit Fiktion.

Buchtipp Februar 2019

Das Bild zeigt das Cover des Buchs "Das Erwachen"

 

Erle, Thomas: Das Erwachen (Das Lied der Wächter ; 1), Gmeiner Verlag

Der Schwarzwald – wie wir ihn kennen – existiert nicht mehr. Nach einem Atomunfall wurde die Region evakuiert und hermetisch abgeriegelt. Leben kann dort niemand mehr. Die Eltern von Felix befanden sich am Tag der Katastrophe auf einer Wanderung am Feldberg. Von dort sind sie nicht zurück gekehrt. An seinem 16. Geburtstag erhält Felix einen Brief, der Fragen aufkommen lässt: Leben in der Sperrzone doch noch Menschen? Wie gefährlich ist die radioaktive Strahlung wirklich? Was wäre, wenn seine Eltern den GAU überlebt hätten? Felix macht sich auf die Suche nach Antworten. Er dringt in die verbotene Zone ein. Und sehr schnell muss Felix feststellen, dass die Strahlenbelastung sein geringstes Problem ist. Ein gut zu lesender Roman, der Lust auf mehr macht. Die Brisanz ist aufgrund der Thematik nicht von der Hand zu weisen. Da tut ein bisschen Fantasy gut, damit das Grauen nicht übermächtig wird.

Buchtipp Januar 2019

Das Bild zeigt das Cover des Buchs "Mercy Seat"

 

Winthrop, Elizabeth H.: Mercy Seat, C. H. Beck
Louisiana, 1940. Es ist der Vorabend einer Hinrichtung. Der junge Will Jones wurde zum Tode verurteilt. Der Afroamerikaner soll ein weißes Mädchen vergewaltigt haben. Tatsächlich waren die Beiden ein Paar; sie beging jedoch aus Verzweiflung Selbstmord. Will selbst hat sich, von seinen Schuldgefühlen gequält, im Gefängnis mit seinem Schicksal abgefunden und akzeptiert sein Urteil. Sehr einfühlsam erzählt Elizabeth H. Winthrop, wie einzelne Personen diesem Tag entgegen gehen. Da ist der Vater, der seinem Sohn einen Grabstein stellen möchte, der an sich selbst zweifelnde Staatsanwalt, die beiden Männer, die den elektrischen Stuhl nach St. Martinsville transportieren. Beruhend auf   einer wahren Geschichte berührt „Mercy Seat“ in seiner Intensität und lässt den Leser das Buch kaum aus der Hand legen.

Buchtipp Dezember 2018

Das Bild zeigt das Cover des Buchs "Forderung"

Grisham, John: Forderung, Heyne Verl.

Meisterhaft erzählt John Grisham von Betrug, Profitgier und Rache.Im Zentrum der Handlung stehen die Jurastudenten Mark, Todd und Zola. Sie wollten die Welt verändern, als sie ihr Jurastudium aufnahmen. Doch jetzt stehen die Studenten kurz vor dem Examen und müssen sich eingestehen, dass sie einem Betrug aufgesessen sind. Aufgrund der horrenden Studiengebühren sind sie tief verschuldet. Aber vielleicht gibt es einen Ausweg, nicht nur dem Schuldenberg zu entkommen, sondern auch die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Ein geniales Katz-und-Maus-Spiel nimmt seinen Lauf. Bis zum Schluss stellt sich die Frage, können sie das System austricksen?
Grisham thematisiert in seinem neuen Thriller das System der privaten Jura-Hochschulen in den USA, das sich zu einem lukrativen Geschäftsmodell entwickelt hat. Inspiriert wurde er von einem Zeitungsartikel über den Betrug solcher Hochschulen, die junge Leute mit dem Versprechen auf eine gute Zukunft in die Schuldenfalle treiben.

 

Buchtipp November 2018

Das Bild zeigt das Cover des Buchs "Das Nachtfräuleinspiel"

Jonuleit, Anja: Das Nachtfräuleinspiel, dtv

Schwanger und im Stich gelassen von ihrem Lehrer, dann infolge eines „harmlosen“ Faschingsbrauchs vergewaltigt, hat die 17-jährige Annamaria nach dem frühen Tod ihrer Eltern schließlich Glück im Unglück und wird von der Familie aufgenommen, die sie schon lange im Stillen bewundert. Dort schöpft das junge Mädchen neue Hoffnung, aber die Idylle ist trügerisch, denn im Haus herrscht Übermutter Liane, durch eine TV-Serie berühmte Kindertherapeutin und Mutter von fünf Kindern. Während sie schonungslos an ihrer Karriere arbeitet, wendet sie bei ihren Kindern die fragwürdigen Erziehungsmethoden der umstrittenen „Festhalte-Therapie“ nach Prekop an. Allmählich begreift Annamaria, welche Abgründe sich hinter der Fassade dieser perfekten Familie auftun. Der gut recherchierte Roman beeindruckt mit einer schockierenden und dramatischen Geschichte, die man kaum aus der Hand legen kann!