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Einfach anziehend von Kirsten Brodde & Alf-Tobias Zahn

Wer kennt es nicht… Man steht vor dem Schrank und sieht vor lauter Kleidung die T-Shirts nicht. Und das, obwohl jeder Deutsche durchschnittlich 60 Kleidungsstücke pro Jahr kauft. Doch 40 % unserer Kleidung tragen wir selten oder nie (vgl S.10). Durch die ständige Verfügbarkeit bei Onlinehändlern oder Textildiscountern wie H&M, Primark, C&A, u.a. wird Kleidung lieber schnell und billig neu gekauft, als verschlissene alte Kleidung zu reparieren oder etwas Neues daraus herzustellen oder sich die Mühe zu machen, den Schrank einmal gründlich durchzusehen. „Mode ist zu einem Wegwerfartikel geworden“ (vgl. S. 10). Und das nicht nur im privaten Bereich. Onlinehändler und große Textilhändler vernichten jährlich mehrere Tonnen an zurückgeschickter oder nicht verkaufter Ware (vgl. S. 11). Die Textilindustrie ist mittlerweile nicht nur einer der wichtigsten Industriezweige weltweit, sie ist auch eine der größten Umwelt- und Müllsünder.

Was kann man tun, um sich diesem Trend entgegenzusetzen? Die Autoren zeigen zehn Schritte zu einem nachhaltigeren Kleiderschrank:

1. Vorhandenes neu entdecken                       6. Kleidung tauschen
2. Lieblingsstücke reparieren                            7. Kleidung leihen
3. Ungeliebtes verändern                                  8. Neu kaufen – aber richtig     
4. Weitergeben                                                     9. Auf Textilsiegel achten
5. Secondhand kaufen                                        10. Frei machen vom Modediktat

Die Autoren gehen daneben auch auf andere Themen ein und zeigen, stets ohne erhobenen Zeigefinger, wie es gelingt, aus dem Teufelskreis der Wegwerfmode zu kommen. So erklären sie die unterschiedlichen Textilsiegel, gehen auf Sport –, Funktions, und Kinderbekleidung ein, zeigen warum Ökomode einen höheren Preis, bzw. konventionelle Mode einen zu niedrigen Preis hat und weisen auf die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Textilfasern hin. Der Serviceteil mit Bezugsquellen für „Grüne Mode“ und weiteren Informationsquellen runden diesen informativen und sehr gut aufbereiteten Ratgeber ab.
Ein Buch, welches zeigt, dass ein sauberer, fairer und umweltverträglicher Konsum nicht so schwer ist wie gedacht.

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"Mercy Seat", von Elizabeth H. Winthrop

Eine Kleinstadt im Staat Louisianna, 1943. Den jungen schwarzen Will erwartet der Tod durch den elektrischen Stuhl. Er soll ein weißes Mädchen vergewaltigt haben. In Wirklichkeit war es eine Liebesbeziehung, doch die Geliebte nahm sich das Leben - zu groß war die Scham und Verzweiflung, als sie entdeckt wurden. Ein skandalöses Urteil, das wissen alle, und dennoch unwiderruflich. Dem zweifelnden Staatsanwalt drohen rassistische Wutbürger mit der Entführung seines Sohnes. Es scheint keinen Ausweg mehr zu geben... Die Geschichte, aus wechselnder Perspektive der einzelnen Protagonisten einfühlsam erzählt, spitzt sich langsam zu, die Spannung steigert sich ins Unerträgliche, dennoch kann man das Buch nicht aus der Hand legen. Ein fesselndes Zeitdokument über Rassismus und Unterdrückung, das an Aktualität nichts eingebüßt hat.

"Mercy Seat", erschienen im Januar 2018 im C. H. Beck Verlag. Für weitere Infos bitte auf's Bild klicken.

 

Vögel füttern – aber richtig

von Peter Berthold und Gabriele Mohr

Das Insektensterben ist derzeit in aller Munde. Aber was hat dieser gravierende Rückgang mit dem richtigen Füttern von Wildvögeln zu tun?
Eine ganze Menge! Denn da unseren Vögeln die Insekten als Nahrungsquelle fehlen und es dazu auch immer weniger „wilde“ Wiesen und Gärten gibt, in denen sie Beeren und Sämereien finden,  sind unsere gefiederten Nachbarn auf eine zusätzliche Fütterung durch uns Menschen angewiesen. Das gilt nicht nur für die kalten Wintermonate, sondern vor allem auch für die kräftezehrende Brutsaison. Dabei bezieht sich der Autor auch oft auf Erfolge, welche in Großbritannien mit einer schon jahrzehntelangen Ganzjahresfütterung erzielt werden konnten.

Peter Berthold und Gabriele Mohr beschreiben in diesem Ratgeber nicht nur, warum es so wichtig ist unseren Vögeln eine Ganzjahresfütterung anzubieten, sondern auch was es beim Füttern zu beachten gibt. Sie geben Tipps, welches Futter und welche Futterspender beim Füttern zu bevorzugen sind und  zeigen anhand einer kleinen Übersicht mit welchen Gästen man am Futterhäuschen rechnen kann.

Meiner Meinung nach ein sehr interessanter und informativer Ratgeber, der Lust darauf macht, sich leckeres Vogelfutter zu besorgen, den Futterspender zu füllen und die Piepmätze  zu beobachten. Egal ob im weitläufigen Garten oder auf dem heimischen Balkon, man kann überall einen kleinen Beitrag zum Vogelschutz leisten.

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Der Pfad - Die Geschichte einer Flucht in die Freiheit

Von Rüdiger Bertram

In dem Buch „Der Pfad– Die Geschichte einer Flucht in die Freiheit“ von Rüdiger Bertram geht es um den zwölfjährigen Rolf, der mit seinem Vater Ludwig, einem Journalisten, aus Berlin nach Frankreich flüchtet.

Die Mutter von Rolf ist schon nach Amerika ausgereist, Rolf und sein Vater wollten bald nachkommen, doch dann kam der Krieg dazwischen und sie müssen nun in Südfrankreich auf die Ausreisegenehmigung warten.

Mit dabei ist noch Adi, der kleine weiße Foxterrier, den Rolfs Mutter bei den beiden zurückgelassen hatte, damit Rolf jemanden zum Spielen und Schmusen hat. Rolf hat dem Hund schon einige Kunststücke beigebracht und hat seiner Mutter fest versprochen, ihn ihr in New York zurückzugeben. Da die Situation in Südfrankreich von Tag zu Tag angespannter wird, entscheidet Rolfs Vater, dass er mit seinem Sohn über die Pyrenäen nach Spanien, dann nach Portugal und von dort nach Amerika flüchtet. Manuel, ein Hirtenjunge, soll ihnen über das Gebirge helfen. Auf der Flucht wird Ludwig festgenommen und so muss Rolf mit Manuel alleine weitergehen. Eine gefährliche und abenteuerliche Reise beginnt, die auch für Manuel Unerwartetes bringt.

Rüdiger Bertram, der vielen durch die „Coolman und ich“-Reihe bekannt ist, geht hier auf ein sehr ernstes Thema der Geschichte, die NS-Zeit, ein. Mit dem Schlusssatz: „Schuld sind immer die Mörder“, entlastet er Rolf, der sich noch lange fragt, ob er an der Festnahme seines Vaters schuld ist….
Ein Buch – für Kinder ab 10 Jahre, doch auch für Erwachsene lesenswert und spannend

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Magnifica

Roman von Maria Rosaria Valentini


Als ihr Sohn verschwindet, hinterlässt er Magnifica nur einen Füll-Federhalter – mit der Bitte, die Geschichte der Familie aufzuschreiben. Diese beginnt in einem abgeschiedenen Dorf im Apennin nach dem Zweiten Weltkrieg und erzählt von Magnificas Mutter und einem Fremden, der in den Wäldern lebt.

In diesem Dorf, in dem man nur bleibt, wenn man dort geboren wird, leben Ada Maria und ihr Bruder Pietrino zusammen mit ihren Eltern Eufrasia und Aniceto. Das Oberhaupt der Familie Aniceto interessiert sich vor allem für die Jagd und das Präparieren toter Tiere. Seine Gefühle schenkt er nicht seiner Familie sondern Teresina, einer einfachen, aber feinfühligen Frau, die seit Jahren seine Geliebte ist. Ada Maria ignoriert die Frau zunächst und will sie nicht akzeptieren. Seit dem Tod der Mutter führt sie den Haushalt und kümmert sich um ihren geliebten Bruder. Der Vater zieht zu seiner Geliebten. Wenn sie allein ist, träumt Ada Maria von der modernen Welt und hofft auf ein anderes Leben ohne Entbehrungen. Sie will weg, aber wohin? Sie kennt nur das Dorf und seine eigenbrödlerischen Einwohner. Als sie eines Tages im Wald auf den Deutschen Benedikt trifft, scheint die ersehnte Veränderung Wirklichkeit zu werden. Im Gegensatz zu ihr kennt er die Welt, von der Ada Maria träumt. Erst viele Jahre später, als sie mit ihrer Tochter Magnifica das Dorf verlassen muss, sieht sie die Kargheit und Abgeschiedenheit, in der ihr Leben stattgefunden hat, mit ganz anderen Augen.

Das besondere Buch mit viel Tiefgang und wunderschön erzählt!

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Haselmaus ganz nah

von Korinna Seybold

Wer bei der Haselmaus gleich an eine Mausefalle denkt, dem kann ich nur sagen: „Bitte tun Sie das nicht!“
Den zum einem handelt es sich bei der Haselmaus um keine Maus, sondern um einen Bilch. Zum anderen ist sie ein kleiner Glücksbringer, denn wo sich die Haselmaus wohlfühlt, ist die Natur noch intakt.
Wie schon erwähnt gehört das Tier des Jahres 2017 zur Familie der Bilche. Auch Ihre größeren Verwandten, die Sieben-, Garten – und Baumschläfer sind nachtaktiv und haben denselben Lebensraum. Allerdings ist die Haselmaus ein Kulturflüchter, was bedeutet, dass man sie eher nicht in der Stadt oder in Wohnsiedlungen antreffen wird. Die Autorin erklärt, dass die scheue Haselmaus vor allem dichte ununterbrochene Hecken und Unterholz mit Beeren- und Nusssträuchern benötigt.
Am Anfang des Buches wird die Haselmaus mit ihren Besonderheiten und Eigenschaften beschrieben. Zum Beispiel, dass Sie von einer Diät nichts hält, sondern nach dem Grundsatz „Friss das Doppelte“ lebt. Danach folgen Kapitel, welche dem Leser einen normalen Haselmaustag und danach ein Haselmausjahr beschreiben. Wer sein Herz danach an die außerordentlich niedliche Haselmaus verloren hat, erfährt außerdem, wie man sich für den kleinen Bilch einsetzen kann.

Der Autorin und Wildtierpflegerin Korinna Seybold ist ein wunderschönes, sehr interessantes und informatives Buch gelungen, welches sich schon allein wegen den unglaublich schönen Fotografien der Haselmaus lohnt anzusehen.

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